Was ist Lacrosse

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16.07.2008
Düsseldorf
Beginn Sommerpause

   

Lacrosse ist eine der ältesten Sportarten der Welt. Lange bevor die Europäer Nordamerika entdeckten, betrieben es schon die Indianer und war tief in ihre Kultur verwurzelt.
Sie nannten es „Baggataway", was „kleiner Bruder des Krieges" bedeutet. Es diente vor allem zur Kriegsvorbereitung und spirituellen Zwecken. Das kampfbetonte Spiel mit vielen hundert Beteiligten konnte oft mehrere Tage dauern und die Tore lagen kilometerweit auseinander.

Im 16. Jahrhundert entdeckte ein französischer Missionar den Ballsport. Er nannte ihn „Lacrosse", da die verwendeten Schläger ihn an Bischofsstäbe (frz.: la crosse) erinnerten.
An der amerikanischen Ostküste entwickelte sich Lacrosse im 19. Jahrhundert schnell zu einem beliebten Collegesport. Die indianischen Grundlagen wurden mit einem genauen Regelwerk versehen, und die Spieler trugen nun Schutzausrüstungen. Lacrosse verbreitete sich im Laufe der Zeit auch außerhalb der Grenzen der Vereinigten Staaten. Ende des 19. Jahrhundert wurden in Australien und England die ersten Mannschaften gegründet. in Kanada wurde Lacrosse schnell zum Nationalsport. 1904 und 1908 war Lacrosse olympische Disziplin, in den Jahren 1928 und 1948 wurde es im olympischen Vorführungswettbewerb präsentiert.
Heute wird diese rasant wachsende Sportart auch in der Tschechischen Republik, Schweden, Dänemark, Wales, Schottland, Österreich, Italien und Japan gespielt. In den USA und Kanada wird schon seit Anfang der 70er Jahre der Sport professionell ausgeübt.

Die Welle der Begeisterung schwappte 1993 nach Deutschland über. Von Austauschschülern, die Lacrosse in den USA kennen gelernt hatten, wird in Berlin der erste deutsche Lacrosseverein gegründet.

In den kommenden zwei Jahren wurden Vereine in Kiel, Düsseldorf, Bonn, Passau und München, sowie der deutsche Lacrosseverband gegründet. Bis heute haben sich in Deutschland fast 30 Mannschaften etabliert und viele weitere befinden sich im Aufbau.

Zu Beginn fand der nationale Kräftevergleich auf Turnieren statt. Turniere in Bonn, Berlin, Passau und Kiel sind feste Bestandteile des Lacrosse-Kalenders geworden. Das älteste Turnier in Berlin ist inzwischen das größte Turnier in Europa.

Ein Ligabatrieb wurde 2000 zunächst regional aufgenommen. Seit 2002 wird bundesweit im Ligamodus gespielt und um die Qualifikation für das Turnier der Deutschen Meisterschaft gekämpft.

1994 nimmt in Manchester zum ersten Mal eine deutsche Nationalmannschaft an einer Weltmeisterschaft teil. 1996 richtet der Deutsche Lacrosseverband in Neuss die zweite Europameisterschaft der Herren und die erste Europameisterschaft der Damen aus.
1998 belegt die deutsche Auswahl bei der WM in den USA einen hervorragenden sechsten Platz, bei dem immerhin einige etabliertere Lacrosse-Nationen wie Schottland und Tschechien überflügelt wurden.
1999 folgte die Vize-Europameisterschaft, was 2001 mit dem Gewinn der Europameisterschaft gekrönt wurde. Bei der darauf folgenden Weltmeisterschaft 2002 in Perth, Australien wurde der aufwärtstrend durch einen guten 6. Platz bestätigt.
Bei der Europameisterschaft 2004 in Prag musste sich das Team nur im Finale England geschlagen geben und errang somit die Vize-Europameisterschaft.